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Die Sonne stand still, und der Mond blieb stehen

Ein Stück über Galilelo oder wie der heißt

Jahrhundertelang haben die Menschen geglaubt, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums. Die Kirche lehrte, dass die Sonne am Himmel ist und sich mit ungeheurer Geschwindigkeit um die Erde dreht, und dass die Erde sehr weit vom Himmel entfernt ist, im Zentrum des Weltalls und unbeweglich.
Dann richtete Galileo sein Teleskop auf den Nachthimmel - das war der Augenblick, in dem die ganze Menschheitsgeschichte sich wendete: Was, wenn die Erde nichts Besonderes war, sondern schlicht ein Klumpen Lehm unter anderen. Und der Mensch, wenn er sich nicht mehr in der Sicherheit einer unbeweglichen Erdscheibe wiegen konnte, glich er dann nicht einer hilflosen Ameise auf einem losgelösten, torkelnden Luftballon? Wie könnte ein Rohr mit Glasenden die Schrift widerlegen, in der es doch heißt: „Die Sonne stand still“.
Rom verschloss sich diesen Fragen, wollte nichts über die „Wege des Himmels“, nur etwas über die „Wege in den Himmel“ wissen. Ein Fall für die Inquisition: Im Juni 1633 erging das Urteil. Der Papst schritt ein und ordnete an, den 70jährigen Galileo zu foltern, wenn er nicht widerriefe. Und Galileo fügte sich: „Ich, Galileo, Sohn des verstorbenen Vincenzo Galilei, Florentiner, siebzig Jahre alt, muss die falsche Meinung aufgeben, dass die Sonne der Mittelpunkt der Welt und unbewegt ist!“
Doch selbst die Inquisitoren waren nicht Gott. Niemand konnte Galilei die Erinnerung an das nehmen, was er gesehen hatte, obwohl er jetzt blind war:
Und sie bewegt sich doch!
Die geistig behinderten Schauspieler des THEATER ENDLICH in Neuerkerode stellen unter der Leitung von Hedda Rau und Katrin Unger und in enger Zusammenarbeit mit Toon Baro vom renommierten belgischen Theater Tartaar ihre Sicht des Galileo Galilei dar. In den Mittelpunkt rückt das Gefühlsleben des Wissenschaftlers mit den „Sternen in den Augen“, seine Euphorie über seine Erkenntnisse, sein Glück, als andere ihm zuhören, sein Staunen über die Ignoranz der Mächtigen, seine Furcht vor der Inquisition, seine Verzweiflung in der Haft, aber auch seine Hoffnung, dass ein „winziger Tropfen Vernunft eines Tages doch mehr wert sei, als die Autorität Tausender von Meinungen“.
Zu Beginn der Probenarbeit stand die intensive Auseinandersetzung mit Galileis Leben und Werk. Ein fantasievoll bebildertes Jugendbuch lieferte die Daten, vom höchsten Balkon Neuerkerodes wurden unterschiedlich schwere Kugeln fallengelassen, Bilder wurden gemalt, jeder erzählte die Geschichte immer wieder neu den Anderen ...
Allmählich entstanden inhaltliche Schwerpunkte, die die Grundlage für eine improvisierte szenische Darstellung sein konnten.
Aus Improvisation entstand so ein Theaterstück, dass nicht Biografie sein will, sondern das einen unverstellten Blick auf ein immer noch aktuelles Thema aufzeigt.
ELEMENTE:LUFT

PREMIERE:
02. Februar, 20:00 Uhr


Weitere Spieltermine:
03. und 04. Februar, 20:00 Uhr
12. Februar, 17:00 Uhr
14. Februar, 11:00 Uhr
24. und 25. Februar, 20:00 Uhr

im LOT-Theater
Kaffeetwete 4a
Braunschweig
 
Vorverkauf:
unter lot@lot-theater.de
oder www.lot-theater.de
 
ELEMETNE:ERDE FLYER
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http://www.neuerkerode.de