CAFÉ OLYMP - Endlich & Kollegen
Die
Idee
Das 140. Bestehensjahr der Evangelischen Stiftung Neuerkerode
stand für das Theater Endlich unter dem Motto „Begegnungen“.
Nach einem Projekt mit SchülerInnen im ersten Halbjahr
2008 konnten wir zum Ende des Jahres Gäste
ins Boot holen, die aus unterschiedlichen Bereichen
der Theater- und Bühnenkunst kommen: freie Szene,
Staatstheater, Tanztheater, Sprechtheater; d.h. unterschiedliche
Hintergründe und damit unterschiedliche Arbeitsansätze.
Eine gute Gelegenheit, über die Begegnung in Austausch zu gehen, sich einzubringen, zu streiten und vor allem: zu lernen.
Das Ganze kann man als spannendes Experiment bezeichnen, dessen Ergebnis ein Mosaik aus der Zusammensetzung dieser Einflüsse ist.
Das Stück
Wie würden die Götter der griechischen Antike
in der heutigen Welt agieren?
Müssen die Geschichten so enden, wie man sie kennt?
Was für Lösungswege zeigen sich, wenn das
große ICH erst einmal überwunden ist?
Wen möchte ich gerne spielen, welche Geschichte
bearbeiten?
Das waren die Fragen, die am Anfang unseres Weges ins Café Olymp standen.
Die Geschichte erzählen wir uns so:
Pandora macht Unsinn.
Der Weingott trinkt. Die Götter sind Schauspieler,
weil die nichts mehr zu tun haben. Es gibt Kriege. Schlimm.
Prometheus hat den Menschen viel beigebracht. Der wird
gefesselt, weil er den Menschen das Feuer gebracht hat.
Die drei Moiren tanzen das Schicksal.
Pandora wird vom Schmiedegott geschmiedet. Dann kommt
sie immer ihm in die Arme, das ist gut. Dann muss er
sie festhalten. Und sie tanzt einen Traum mit Mutter
und Kinder.
Wir bauen Schiffe.
Zeus ist hinter den Frauen her und macht dann so Schicksalswege
für die Menschen. Io wird in eine Kuh verwandelt,
und zwar von Zeus, das fängt bei Haaren an, dann
die Hände und so, zum Tier mit Hörnern. Hera
ist nämlich in diesem Fall eifersüchtig. Dann
kommt die Bremse, horch, was ist denn hier los? Die
piekt in den Po.
Hera schickt Argos, der so viel Augen hat, der passt
auf Io auf, dass die nicht wegläuft. Dem wird vorgelesen
von Hermes, dann schläft er ein.
Hermes nimmt die Federn, das sind die Augen, das heißt:
Da schlägt er ihm den Kopf ab.
Das findet Hera nicht gut, ist sie traurig und tanzt.
Io läuft und läuft und läuft dann.
Prometheus sagt Io die Zukunft voraus.
Medea musste aus ihrem Königreich, weil die jemandem
geholfen hat, ein Vlies zu bekommen, ich glaube Jason
war das.
Kinder getötet, das Volk meint, Medea war es, sie
sagt, sie war es nicht. Und dann fl üchtet sie
ins Café Olymp und will eine Audienz bei Zeus.
Die Audienz ist nicht gut, weil ihr keiner zuhört,
da will jeder Gott über sich selbst erzählen:
Ich, ich...
Sie will dann gehen, aber Zeus hält sie zurück
und sie wird auch von den Göttern beschuldigt,
ihre Kinder getötet zu haben. Und dann wird sie
verurteilt zum Tod auf dem Scheiterhaufen.
Schuld, Rache, Unglück, fremd!
Und wir haben sie frei gemacht, damit geholfen wurde.
Und wir tanzen die Lebenslinie, das ist in der Hand
sozusagen, das Schicksal, dass sie durchlebt und das
die Mutter schon gesagt hat. Ist traurig gewesen.
Kassandra lebt in Troja, sie hat die Kriegslist der
Griechen vorausgesehen, die Trojaner haben ihr nicht
geglaubt. Sie hat einen verschmäht, der hat ihr
die Gabe, voraussehen zu können, gelassen aber
hat gemacht, dass ihr niemand glaubt. Man hat sich an
ihr gerächt. Sie wird eingemauert. Dann befreien
wir sie und erwecken alle zum Leben. Mit anpusten.
Ganz zum Schluss sammeln wir die Fetzen ein und bauen
daraus einen neuen Weg.
Nientje Schwabe
Schauspielerin am Staatstheater Braunschweig, die über
ihre Rolle als Harfen Agnes mit der Evangelischen Stiftung
Neuerkerode und dem Theater Endlich in Kontakt kam und
sich im Rahmen des 10-jährigen Endlich-Jubiläums
mit den SchauspielerInnen anfreundete.
Stefani Theis
Freie Schauspielerin, die seit Jahren in verschiedener
Funktion für das Theater Endlich aktiv ist.
Eileen von Hoyningen Huene
Schülerin und eine Freundin der Gruppe, seit sie
5 Jahre alt war. Sie hat bei vielen Proben und Workshops
mitgemacht, nun sammelt sie in dieser Gruppe ihre erste
größere Bühnenerfahrung.
Graciela Gonzales de la Fuente Tänzerin, Choreographin, Regisseurin, in Braunschweig bekannt seit den neunziger Jahren über ihre Arbeiten mit dem LOT-Theater und unitedOFFproductions.





